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Depression

Viele gesunde Menschen sind der Meinung, daß depressiv sein bedeutet, daß man einfach nur traurig ist. Daher sind manche auch davon überzeugt, daß man sich einfach "Nur zusammenreißen" muß, dann würde "die Sache" schnell vorbeigehen. Schließlich hat jeder mal eine schlechte Phase, oder? Und wo kämen wir denn hin, wenn sich jeder in seinem Selbstmitleid suhlt?

 

Nun ja, leider gibt es Zeiten, in denen ich mich nicht "mehr" zusammenreißen kann. Zeiten, in denen ich in Selbstmitleid versinke. Zeiten, in denenich nicht den Antrieb habe, irgendetwas zu tun. Nicht einmal Dinge, die mir sonst Spaß machen. Es gibt Tage, an denen ist es ein einziger Kampf, überhaupt aus dem Bett zu kommen oder zu duschen.

 

Es ist nicht so, daß ich es nicht anders WILL. Es ist so, weil ich nicht anders KANN.

 

Wäre schön, wenn man die Depressionen einfach so abstellen könnte. Geht aber leider nicht.

 

Für mich bedeutet Depression, daß ich mich zu nichts aufraffen kann. Während einer depressiven Phase habe ich Anfangs ein Gefühl tiefer Traurigkeit und Wertlosigkeit. Gleichzeitig bin ich extrem unsicher und ängstlich. Ich habe dann sogar Angst, ans Telefon zu gehen oder meine Post zu öffnen. Ohne daß dafür ein konkreter Grund vorliegt. Ich schiebe selbst Kleinigkeiten vor mir her.

Außerdem hat mir dann jemand keine Steine, sondern riesige Felsbrocken in den Weg gelegt. Ich komme nicht darüber hinweg und kann auch nicht daran vorbei.

 

Meine Schlafstörungen verschlimmern sich, ich kann schlechter einschlafen als üblich. Ich bin ständig müde und erschöpft. "Energie" ist für mich ein Fremdwort. Und ich kann mich noch schlechter konzentrieren, als es aufgrund meiner ADS ohnehin der Fall ist. Ich habe Angst, das Haus zu verlassen, unter Leute zu gehen. Jede Art von sozialen Kontakten ist extrem anstrengend. 

 

Wenn ich in einem ganz tiefen Loch bin, ändern sich die Gefühle.  Naja, eigentlich ist das so nicht ganz richtig. Meist ist es dann so, daß ich nichts mehr fühle. Ich bin total emotionslos. Ich bin wie tot - gefühlstot. Un wenn man schon gefühlstot ist, kann man am Besten auch gleich ganz sterben. Schließlich wird das nie mehr besser, das Leben ist sinnlos. Dann gibt es nur einen Ausweg ...

 

Meint man jedenfalls.

 

Für mich war 2007 die Alternative ein 12-monatiger Klinikaufenthalt (ja genau, 1 Jahr!), nachdem meine Psychiaterin eine akute Suizidgefahr festgestellt hatte. Von den 12 Monaten war in 7 Monate in vollstationärer Behandlung und 5 Monate in der Tagesklinik. Weil ich ein schwieriger Fall war - und ich selbst mich aus meinem Loch nicht befreien konnte.

 

Weil ich mich nicht zusammenreißen konnte...

 

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A lot of people think to be depressive means to be sad. Therefore some of them are convinced that one just has to pull oneself together and "that thing" will be over soon. At least, everyone has bad times now and then, haven´t they? And there would we be if everyone would wallow in self-pity?

 

Well, there are times I am not able to pull myself together (anymore). Times when I feel sorry for myself. Times when I feel sorry for myself. Times when I don´t feel the urge to do anything, not even things that usually bring me joy. There are days, when I´m fighting to just get out of the bed or take a shower.

 

It isn´t that I don´t WANT it any other way. It´s because I CAN´T.

 

It would be nice if I could just turn off the depression. But this isn´t possible.

 

For me depression means that I don´t feel the urge to do anything. During a depressive episode I feel a deep sadness and worthlessness at first. I´m extremely insecure and anxious. I even fear to answer the phone or open my mail. Without having a concrete reason for this behavior - it just will be unpleasant.

Someone didn´t throw any stones in my way, but huge rocks. I can´t get over them and I can´t get past them.

 

My insomnia gets worse. I am tired all the time. "Energy" is just a foreign word. And my ability to concentrate is worse than usually (because of my ADD). I fear to leave the house, to have any social contacts.

 

When I´m in a really deep hole my feelings change. Well, that is not correct. Often I don´t feel anything then. I´m completely without emotions. I´m like dead - emotionally dead. And when I´m already emotionally dead, I can even die completely. Because things don´t get better, the whole life is meaningless. Then there´s only one way out ...

 

You´d think.

 

But in 2007 the alternative for me was a stay in a hospital for 12 months (YES, 1 year!), after my psychiatrist found that I was acute suicidal. Of these 12 months I have been in the clinic 24 hours a day for 7 months and 5 months at daytime. 

Because I have been a bad case and I wasn´t able to get out of the hole on my own.

 

Because I just couldn´t pull myself together ....

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