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Nur nicht aufgeben!

Das ist für micht oft das Schwierigste, egal, worum es geht. Jedesmal, wenn ich etwas Neues anfange. Oder, wenn ich bei einer Sache, an der ich schon länger dran bin, entmutigt werde. Und mich zu entmutigen ist nicht besonders schwierig.

In meiner Kindheit und auch Teilen meines Erwachsenenlebens wurde mir oft gesagt, daß ich für etwas nicht gut genug sei. Daß ich nicht in der Lage bin, etwas durchzuziehen. Das ist immer noch ein großer Teil von mir. Ich kann diese Stimmen immer noch hören, insbesondere die meines Erzeugers (Ich bin nicht in der Lage, ihn "Vater" zu nennen. Einen Vater hatte ich nie.) Also sage ich mir oft "Warum sollte ich es überhaupt versuchen?" Oder ich will beim ersten Stolperstein aufgeben.

 

Mag sein, daß das zum Teil auch an der ADS liegt. Ich lasse mich leicht ablenken. Etwas muß schon sehr wichtig oder sehr interessant sein, damit ich ohne weiteres freiwillig am Ball bleibe. Ich muß mir immer klar machen, welche Konsequenzen es hätte, wenn ich etwas nicht durchziehe. Dennoch habe ich schon vieles angefangen, ohne es zu beeenden - den Spanisch-Kurs, den Zeichenkurs, die Besuche im Fitness-Center ... Okay, das sind wohl auch nicht die wichtigsten Dinge.

 

Irgendwie habe ich es trotz Bipolarität mit schweren depressiven Phasen, ADS, Schmerzen und den bösen inneren Stimmen geschafft, einige Dinge zu erreichen. Aber wie gesagt, ich musste mir die Vorteile dafür klar machen bzw. die Konsequenzen, wenn ich nicht durchhalte.

 

Meine Beziehung zu meinem Mann und zu meinen wenigen, aber sehr guten Freunden, die in der Lage und vor allem BEREIT sind, mich mit meinen Krankheiten zu "ertragen". Diese Beziehungen sind mir sehr wichtig, also konnte ich auch hier am Ball bleiben und an ihnen arbeiten.

Ich habe eine berufliche Ausbildung gemacht und sogar mit vorgezogener Prüfung beendet. (Ich wollte keinen mies bezahlten Hilfsjob und häufige/längere Arbeitslosigkeiten riskieren. "Vom Amt" zu leben war für mich alles andere als erstrebenswert.)

Später habe ich noch ein Studium drangehangen und mit Diplom abgeschlossen, auch wenn ich zwischendrin gerne die Brocken geschmissen hätte. Ich hatte mir schon gewünscht, durch die Zwischenprüfungen zu rauschen...

 

Wichtig ist für micht immer, mir klar zu machen, warum ich etwas tue. Es war/ist nicht immer leicht, das will ich nicht behaupten, aber es geht.

Man kann trotz hypomaner und depressiver Phasen, trotz ADS und trotz Schmerzen etwas erreichen. Und wenn es nur ist, um die inneren Stimmen zum Schweigen zu bringen. 

 

DU kannst mir tausendmal sagen, daß ich es nicht schaffe! ICH werde DIR das Gegenteil beweisen!

 

Glaube niemals and die Stimmen (ob real oder nicht), die Dir weismachen wollen, Du wärest - in welcher Form auch immer - zu unzulänglich, um etwas zu erreichen.

Ich habe das geschafft, auch wenn ich die Stimmen immer noch "höre", und Du schaffst das auch.

 

Und glaubt fest an euch selbst - und auch denen, die sagen: "Du schaffst das!". Denn solche Stimmen gibt es auch ... man muß "nur" lernen, auf sie zu hören.

 

Und jetzt versuche ich mal, die Stimmen endgültig zum Schweigen zu bringen und auch "Kleinigkeiten" zu schaffen... ;)

 

 

 

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