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Menschen mit Depressionen helfen

Das wichtigste ist, den Menschen mit Depressionen wirklich ernst zu nehmen, anzuerkennen, dass es ihr oder ihm schlecht geht, es einfach zu akzeptieren, dass er sich zurückzieht. Ohne das persönlich zu nehmen. Und man sollte wirklich sparsam mit vermeintlich "guten Ratschlägen" umgehen. Wie oft habe ich gehört "Bewegung und frische Luft werden Dir guttun." Mag sein, hilft aber nicht gegen die Erkrankung. Und meist fühlt man sich hinterher noch schlechter, eben weil es nicht geholfen hat. 

 

Ernst nehmen sollte man auch, wenn der Betroffene Suizidgedanken äußert, und zwar IMMER. Die häufig geäusserte Meinung, wer darüber spricht, macht es nicht, stimmt nicht. Und holt euch auf jeden Fall Hilfe - beim (behandelnden) Arzt oder Psychotherapeuten, bei Selbsthilfeeinrichtungen oder notfalls auch bei der Polizei.  

 

Es hilft oft auch einfach, dem Betroffenen Hilfe anzubieten, sei es bei der Arzt- oder Therapeutensuche oder Terminen, oder auch bei ganz alltäglichen Dingen, aber ohne aufdringlich zu sein. Man sollte aber unbedingt auch zu seinem Wort stehen, wenn der Kranke auf einen zukommt und keinen Rückzieher machen, weil das kann die Situation noch verschlimmern ("Ich bin es nicht wert, dass man sich um mich kümmert!"). 

 

Ich habe auch mal ein paar Dinge aufgelistet, die man SAGEN kann:

 

 

1.       Ich mache mir Sorgen um Dich

 

2.       Ich liebe Dich

 

3.       Du bist nicht allein

 

4.       Ich bin/bleibe bei Dir

 

5.       Das geht vorbei, wir stehen das zusammen durch

 

6.       Du bist mir wichtig

 

7.       Wenn Du einen Freund brauchst, bin ich für Dich da

 

8.       Es tut mir leid, dass es Dir so schlecht geht

 

9.       Ich höre Dir zu. Ich kann mich zwar nicht in Dich hineinversetzen, aber ich bin hier bei Dir

 

10.   Was kann ich tun, um Dir zu helfen?

 

11.   Du musst Dich nicht für Deine Krankheit oder Deine Gefühle entschuldigen

 

12.   Du bist ein großartiger Mensch und stark und Du schaffst es, da durch zu kommen

 

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Manchmal ist es auch gut, nichts zu sagen und nur da zu sein.

Einfach nur zuzuhören.

Dem Betroffenen die Hand zu halten oder ihn zu umarmen (wenn er/sie damit einverstanden ist).

 

 

Tut nur nicht so, als könntet ihr verstehen, was sie oder er gerade durchmacht!

Das kommt – zumindest bei mir – nicht gut an, es sei denn, ihr könnt es wirklich verstehen (weil ihr das WIRKLICH auch schon mitgemacht habt). Zwischendurch mal schlecht drauf zu sein oder auch eine Trauerphase durchgemacht zu haben ist etwas ganz anderes als eine echte Depression!

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