· 

Die Angst vor der Angst

Zur Zeit poste ich wieder ziemlich viel auf Facebook. Und ich male wie verrückt. Wahrscheinlich denken viele jetzt, dass es mir momentan gut geht. 

 

Ist eigentlich auch so - zumindest geht´s mir besser als vor einigen Wochen. Seit 2 Wochen bin ich aus der Klinik, die Umstellung auf Valproat hat bis jetzt gut geklappt und bis auf ein wenig Haarausfall habe ich zur Zeit auch (noch) keine Nebenwirkungen bemerkt. Ich hoffe mal, dass das so bleibt. Kommenden Montag steht die nächste Blutuntersuchung an.

 

Die nächsten Wochen nutzen viele Vereine, Organisationen und wer auch immer dazu, noch die eine oder andere Veranstaltung durchzuführen. (Spät-)Sommerfeste und andere kulturelle Veranstaltungen, politische Veranstaltungen, Verkaufsveranstaltungen ... Und ich werde wohl wieder zu Hause bleiben.

 

Wie etwa letzten Sonntag. Das Sommerfest. Es bestand keine Chance, mich dahin zu bekommen. Einfach zu viele Menschen. Und dadurch die ständige Angst vor der Angst, sprich vor einer Panikattacke. 

 

Agoraphobie mit Panikstörung nennt sich das. Und das ist Mist. 

 

Ich weiß grundsätzlich, dass Rückzug keine Lösung ist, im Gegenteil. Es kann die Sache auf Dauer noch verschlimmern. Aber die Angst vor der Panik ist einfach zu groß. 

 

Wenn sie so langsam in mir hochkriecht. Oder wenn sie urplötzlich quasi aus dem Hinterhalt angreift. Beides kommt vor. Und in beiden Fällen die kalten Schweißausbrüche. Das Gefühl, als hätte jemand mir einen zentnerschweren Gesteinsbrocken vor die Brust gedrückt. Die Hände fangen an zu zittern, das Herz rast und ich bin kaum noch in der Lage zu sprechen. Ich möchte nur noch wegrennen.

 

Und das "Wissen", dass man jeden Moment in Ohnmacht fällt und niemand da ist, der einem hilft. 

Okay, das mit der Ohnmacht ist mir tatsächlich noch nie passiert. Aber in dem Moment der Panik suggeriert mir mein Körper, dass das jeden Moment der Fall sein wird.

 

Es ärgert mich, dass ich es nicht schaffe, mich aufzuraffen, zu solchen Veranstaltungen zu gehen. Ich bräuchte immer jemanden, der mich im Fall des Falles aus der Situation herausziehen könnte. Und tatsächlich auch eine Rückzugsmöglichkeit, eine stille Ecke, in der ich wieder "runterkommen" kann.

 

Und da schwirrt einem ja immer noch dieses "Was denken die anderen wohl von mir?" im Kopf herum ...

 

Also meide ich größere Veranstaltungen und bleibe lieber zu Hause in der Sicherheit meiner vier Wände. Oder "begnüge" mich damit, Orte aufzusuchen, an denen nicht so viele Menschen sind.

 

Agoraphobie ist Scheiße.

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0